Geschichte der Spur N
Eine kurze Aufzählung über die Anfänge und
Meilensteine in der Entwicklung der Spur N, wobei sie keinen Anspruch
auf Vollständigkeit erhebt.
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1912
Die Gebrüder Bing bringen die ersten Modelle mit 9 mm Spurweite heraus.
1920
Die ersten Modelle im Maßstab 1:152,3 von H.B. Whall kommen auf den
Markt.
1927
Der Engländer A.R. Wackley stellt eine elektrisch betriebene Modelleisenbahn
im Maßstab 1:152,3 mit einer Spurweite von 8,5 mm vor. Der Durchbruch
blieb aus, es entwickelte sich später die Baugröße 2
mm Scale (M 1:152) daraus.
1948
Auf der Messe in Hannover wird eine elektrische Modelleisenbahn mit 8 mm
Spurweite vorgestellt. Die sogenannte Kersting-Bahn geht allerdings nie in die Serienproduktion.
1959
Die Firma Trix stellt Schiebemodelle im Maßstab 1:180 her, allerdings
ohne passendem Gleissystem. Aufgrund der im Verhältnis zu H0 kleinen
Größe wird sie Minitrix genannt.
1960
Arnold stellt unter dem Namen Arnold Rapido 200 auf der Nürnberger
Spielwarenmesse eine elektrisch betriebene Modelleisenbahn mit einer Spurweite
von 9 mm im Maßstab 1:200 vor. Sie wurde als Fertiganlage mit fertiger
Landschaft, Häusern sowie zwei fernbedienbaren Weichen und einer V
200 mit drei D-Zugwagen angeboten.
1961
Arnold erweitert sein Programm um Fahrzeuge und getrennt erhältlichen
Gleismaterial. Die langen D-Zugwagen gibt es im verkürztem Maßstab
1:256.
1962
Arnold ändert den Maßstab auf 1:160 und bietet neue, verbesserte
Modelle an.
1963
Die Klauenkupplung wird eingeführt. Sie wird später als NEM 356
für alle europäischen Modelle in Spurweite N genormt.
1964
Der Maßstab 1:160 wird unter dem Kürzel "N" international
genormt. Das Kürzel "N" steht für das Wort Neun, das
in vielen Sprachen mit einem N beginnt. Als Spurweite werden 9 mm festgelegt,
die Fahrspannung auf 12 V in Verbindung mit dem 2-Leiter Gleichstrom-System
fixiert. Außerdem wurde die Klauenkupplung als Standard für Spur
N definiert (Trix steckt mit seiner H0-ähnlichen Kupplung zurück).
Trix stellt unter dem Namen Minitrix-Electric eine T3 im Maßstab 1:160
vor.
Die ostdeutsche Firma Piko beginnt ebenfalls mit der Produktion von Spur
N Modellen, allerdings hauptsächlich nach Ostdeutschen Vorbildern.
1966
Lima beginnt mit der Produktion von N-Fahrzeugen.
1967
Der erste längenmaßstäblich richtige D-Zugwagen wird von
Arnold hergestellt. Er hat eine Länge von 165 mm.
1969
Fleischmann steigt in den N-Markt ein und bringt ein eigenes Gleissystem
mit angespritztem Schotterbett.
Die Firma Röwa, die zuvor
für Trix N-Modelle fertigte, bringt eigene Modelle heraus.
Rivarossi beginnt ebenfalls mit der Produktion von N-Modellen.
1972
Röwa stellt die Produktion von N-Modellen ein.
1973
Ibertren aus Spanien steigt
mit einem nicht kompatiblen Dreileiter-Schienen-System (N3 genannt - ähnlich
dem Märklin-Mittelleitergleis) in den spanischen Markt ein.
1975
Roco steigt mit den (teilweise überarbeiteten) Formen von Röwa
in den N-Markt ein
1981
Die österreichische Firma Hobbytrain läßt N-Modelle bei
der japanischen Firma Kato fertigen.
1982
Ibertren fertigt ab sofort auch N-Modelle für das "normale" Zwei-Schienen-System.
1985
Ibertren stellt die Produktion des Dreileiter-Schienen-System (N3) ein.
1987
Die FLEISCHMANN-PROFI-Kupplung in Spur N wird vorgestellt. Das Zeitalter
von Klipskupplungen und Kupplungskinematiken beginnt, und damit gibt es
nach langer Zeit auch in Spur N wieder die Problematik der Inkompatibilität
zwischen den verschiedenen Fabrikaten und Kupplungssystemen.
Lima stellt die N-Produktion ein.
1988
Hobbytrain übernimmt die Lima N-Modelle und vermarktet sie unter dem
Namen Minibahn.
1989
PIKO stellt die N-Produktion von rollendem Material ein.
1990/1
Die Zusammenarbeit zwischen Hobbytrain, Kato und Lima wird beendet. Die
Lima N-Modelle werden unter den Namen Minitrain vertrieben.
1992
Der spanische Hersteller Ibertren stellt seine Produktion nach einem Brand in
der Produktionshalle ein.
1993
Hobbytrain übernimmt die Lima N-Modelle und vermarktet sie unter dem
Namen Minibahn.
PIKO stellt Gebäudemodellen her - auch in Spur N.
1994
Brawa kündigt mit der DR 118 (DB 219 / 229) das erste Spur N Modell
an.
1995
Arnold geht in Konkurs.
1996
Trix geht in Konkurs.
1997
Die Firma Arnold wird von der Rivarossi-Gruppe übernommen. Der Markennahme
sowie die Produktionsstätte in Mühlhausen (D) bleiben bestehen.
Außerdem werden teilweise alte Rivarossi-Modelle in das Programm aufgenommen.
1998
Die Firma Trix wird von Märklin übernommen.
1999
Sachsenmodelle kündigt die Wiederauflage von Hobbytrainmodellen an,
geht jedoch in Konkurs, bevor die Modelle aufgelegt werden.
2000
Bemo stellt den RegioShuttle in Spur N her - weitere Spur N Modelle bleiben
jedoch aus.
2001
Tillig übernimmt die Firma Sachsenmodelle, die Rechte an den Hobbytrainmodellen
werden nicht mitübernommen.
Rivarossi schließt die Arnold-Produktionsstätte Mühlhausen
- die Produktion soll in das italienische Werk in Como verlagert werden.
2002
Die Umstrukturierung und Produktionsverlagerung bei Arnold/Rivarossi ist
bis dato immer noch nicht abgeschlossen. Ab der zweiten Jahreshälfte
sind wieder einige (lagernde) Modelle ab Werk verfügbar.
Die Firma Lemke hat die Rechte an dem ehemaligen Hobbytrain-Programm und
legt sie unter dem Namen KATO Hobbytrain wieder auf.
2004
Die spanische Firma Electrotren wird von Hornby (England) aufgekauft.
Lima (inkl. aller Submarken, u.a. auch Arnold) geht offiziell in Liquidazione
- ein Käufer wird gesucht und im Dezember durch die Firma Hornby gefunden.
Mit L.S.Models und Dingler (exclusiv für Post-Collection) gibt es zwei
neue N-Hersteller.
Von Hobbytrain / Lemke kommen erstmals wieder echte Formneuheiten.
2005
Die Firma Roco geht im Juli 2005 Konkurs. Eine sofort gegründete Auffanggesellschaft
unter dem Namen Modelleisenbahn GmbH führt die Geschäfte weiter und übernimmt
im Herbst die gesamte Konkursmasse und kann damit den
Namen und die Produkte von Roco weiter führen.
2006
Märklin (Trix gehört zu Märklin) wird im Mai vom britischen Investor Kingsbridge Capital übernommen.
Es gelangen wieder erste neu produzierte Arnold-Modelle (überarbeitete Wiederauflagen) in den Handel. Hornby, zu der auch Arnold gehört, übernimmt in Deutschland den Hersteller Heico und macht daraus die Hornby Deutschland GmbH, die anstatt von Lemke den Vertrieb übernimmt.
Mit den Herstellern mkm models (Hünerbein) und RailTop (allerdings nur Ankündigungen) gibt es zwei neue Hersteller, die auch eng mit L.S.Models zusammenarbeiten.
2007
Unter dem Namen Modellbahnunion kündigt ein neuer Hersteller erste Spur N-Modelle an - erzeugt werden die Modelle bei Dapol in England.
Aus der Schweiz kündigt ein weiterer neuer Hersteller unter dem Namen creanorm schweizer Postwagen für Spur N.
Mehano wird wieder zum aktiven N-Modellbahnhersteller und bringt 2007 zwei echte Formneuheiten nach deutschen Vorbildern.
Roco bringt nach langem ersmals wieder eine Neukonstruktion für den spanischen Importeur.
Piko kündigt über den französischen Importeur wieder ein N-Lokmodell an, nachdem die N-Produktion von rollendem N-Material 1989 eingestellt wurde.
Arnold bringt mit der V80 wieder eine Neukonstruktion auf den Markt.
Roco (Modelleisenbahn GmbH) wird mehrheitlich an Franz Josef Haslberger verkauft, die Firma Kibri wird von RIRE Maschinenbau GmbH aus Wuppertal übernommen.
2008
Die Firma Fleischmann wird im Februar von der Modelleisenbahn-Holding von Franz Josef Haslberger übernommen, zu der auch die Firma Roco gehört.
Vom wieder reaktivierten spanischen Hersteller Ibertren gibt es erstmals wieder N-Modelle.
Mit der schweizer Firma creanorm gibt es einen weiteren N-Großserienhersteller - den Anfang machen schweizer Post-Containertragwagen.
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