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Workshop: Bau einer NOCH Fertiggelände-Anlage - Vorwort, Planung

In diesem Workshop wird der komplette Aufbau eines Fertiggeländes der Firma NOCH Schritt für Schritt in Wort und Bild beschrieben.

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Vorwort

Der Workshop wurde in Zusammenarbeit mit den Firmen NOCH und Fleischmann ermöglicht. Er zeigt den Aufbau und die notwendigen Arbeiten rund um den Aufbau der Anlage. Wie im Modellbau üblich, gibt es für die meisten Problemstellungen mehrere Lösungswege - es wird hier versucht, möglichst einfache Lösungen zu bieten, die auch "Einsteiger" leicht umsetzen können.

Verschiedene Schritte dienen ausschließlich der Verbesserung der Optik und sind für den Aufbau und Betrieb der Anlage nicht unbedingt notwendig. Diese Punkte sind in der Beschreibung graublau hinterlegt und haben jeweils links und rechts den Hinweis "Profitipp".

Wer baut eine Fertiganlage?

Eine Fertiganlage ist optimal für Personen, die wenig Erfahrung im Umgang mit dem Modellbahn-Anlagenbau haben und natürlich für all jene, die möglichst schnell und/oder mit möglichst wenig Aufwand eine komplette Anlage ihr Eigen nennen wollen.

Allgemeines zu Fertiganlagen

Die NOCH-Fertiganlagen werden - zumindest in Deutschland - mit der Spedition direkt ins Haus geliefert. Verpackt ist die Anlage in einem großen Wellpappkarton. Zum Lieferumfang gehört ein aktueller NOCH Hauptkatalog, eine grundsätzliche Bauanleitung, verschiedene Gleispläne, die Tunneltrasse und die Brückenbausätze.

Die meisten Fertiganlagen lassen sich in mehreren Maßstäben aufbauen, wobei es dann für die jeweils kleineren Maßstäbe Vorsatzportale als Zubehör gibt. Die Fertiganlage Traunstein ist eine N-Anlage, die auch als Z-Anlage aufgebaut werden kann - daher werden beim Aufbau in Spur N keine Vorsatzportale benötigt.

Alle NOCH-Fertiggelände sind modular aufgebaut und können mit anderen NOCH-Fertiggeländen und NOCH-Gelände-Anbauteilen erweitert werden.

Einige Fertiggelände sind auch mit werksseitig vormontierten Gleisen erhältlich - die Anlage "Traunstein" allerdings nicht.



Gleismaterial

Für das Fertiggelände Traunstein gibt es von NOCH Spur N-Gleispläne für die Gleissysteme von Arnold, Fleischmann, Minitrix und Roco und in Spur Z für das Märklin mini-club-Gleis. Die Gleise von Arnold (derzeit nicht im Handel erhältlich), Minitrix und Roco sind ohne Bettung ausgeführt. Das Fleischmann piccolo-Gleis hat ein angespritztes Schotterbett, welches das nachträgliche Einschottern der Gleise erspart - dies kommt dem Einsteiger entgegen. Zudem ist das Einschottern der Gleise am Fertiggelände schwierig, da die Landschaft ringsum bereits fertig begrast ist und bei den üblichen Verfahren mit einem Leim/Wasser-Gemisch (siehe Workshop "Startanlage - Einschottern") die Gefahr besteht, dass das Gemisch verrinnt und dabei die Grasflächen in Mitleidenschaft zieht.
Die Wahl für das Gleissystem fiel daher auf das Fleischmann piccolo-Gleis, das zwar gegenüber den anderen Gleissystemen aufgrund der Bettung teurer ist, aber einiges an Arbeit und Arbeitszeit erspart, vorbildähnlich aussieht und verschiedene Probleme, die beim Einschottern passieren können, von vornherein ausschließt.

Weichen

Die Weichen von Fleischmann gibt es sowohl mit und ohne elektrisch leitenden Herzstück (polarisiert / nicht polarisiert). Polarisierte Weichen haben den Vorteil, dass an keiner Stelle eine Unterbrechung der Schienenspannung besteht, wodurch auch kleine Lokomotiven mit kurzen Achsstand die Weichen mit geringer Geschwindigkeit ohne Aussetzer überfahren können. Der Nachteil ist, dass man polarisierte Weichen nicht "Aufschneiden" kann - das heisst, man kann auch von der Abzweigung kommend nur dann die Weiche durchfahren, wenn sie richtig gestellt ist. Ist sie falsch gestellt, gibt es am Herzstück einen Kurzschluss.

Die Fleischmann-Weichen haben je zwei Metallbrücken. Durch Entfernen dieser Drahtbrücken werden die Weichen zu sogenannten Stoppweichen - die Gleisspannung wird dann nur an den aktuell geschaltenen Schienenstrang weitergespeist. Im Digitalbetrieb ist diese Funktion nicht notwendig - die Drahtbrücken dürfen daher nicht entfernt werden (Vorsicht beim Reinigen der Gleise!).



Ausgestaltung

Die Anlage wird mit verschiedenen NOCH-Ausgestaltungsartikel und NOCH-Grünwaren ausgeschmückt. Bei der Planung der Häuser wurde teilweise auf die Original-Vorschläge von NOCH zurückgegriffen - teilweise jedoch andere Häuser ausgewählt, die vom Stil und von der Größe passend sind.



Technische Planung

Die Anlage wird Digital betrieben. Als Zentrale wird der LokBOSS (DCC-System) verwendet, der für solch kleine Anlagen ausreichend ist (bis zu vier Lokomotiven steuerbar) und in Verbindung mit der Startpackung kostengünstig erhältlich ist. Die Verkabelung einer digitalen Anlage ist wesentlich einfacher, da es (außer dem in die Anlage integrierten Programmiergleis - dazu später mehr) keine Trennstrecken gibt. Die Weichen werden elektrisch mittels den Fleischmann-Weichenschaltern gestellt. Als Schaltspannung wird ein zweites Netzteil (Transformator) verwendet, da es beim LokBOSS keinen Zugriff auf die analoge Wechselspannung gibt und die Antriebe mit dem Digitalsignal nicht geschalten werden können.

Zeitaufwand

Der Zeitaufwand für den Aufbau ist stark abhängig davon, wie fein sie die Anlage ausgestalten wollen. Der prinzipielle Aufbau der Gleise und die Elektrik sind innerhalb weniger Stunden erledigt. Relativ viel Zeit benötigt der Zusammenbau der Gebäudemodelle. Die Ausgestaltung der Anlage, das Anbringen von zusätzlichen Grünflächen / Schotterflächen, das Altern von Gebäudemodelle etc. sind ebenfalls zeitintensiv.

Wenn sie wöchentlich zwei bis drei Abende mit je drei bis vier Stunden und eventuell auch am Wochenende etwas Zeit für den Aufbau verwenden, dann kann die gesamte Anlage, inklusive aller Details und "Profitipps", wie sie hier beschrieben sind, in einem guten Monat fertig sein.

Nachbau

Wer diese Anlage selbst aufbauen will, findet unter dem Menüpunkt "Nachbau" fertig zusammengestellte Sets zum vergünstigten Setpreis von Modelleisenbahn Deizisau.


Das sagen User zu diesem Thema (die letzten 5 Beiträge, 8 Beiträge insgesamt):

Am: 13.02.08 19:11

Hallo
Vorab, was ich zum Thema Fertiganlage hier schreibe soll keinen "Fertiganlagenfahrer" in irgend einer Weise beleidigen/herabstufen usw.
Fertiganlagen sind meiner Meinung nach aus mehreren Gründen nur bediungt sinnvoll.
Gegen eine Fertiganlage spricht meiner Meinung nach folgendes:
1. Fertiganlagen sind relativ teuer
2. Man ist bei solchen Anlagen in der Gleislage fest gelegt
3. Ich hab noch keine Fertiganlage gesehen, die ohne aufwendige Nachbehandlung
mir optisch gefallen hat
4. Fertiganlagen sind nur mit Fertiganlagen erweiterbar
Für eine Ferrtiganlage spricht:
1. Anlage ist relativ schnell auf gebaut
2. Auch handwerklich Ungeübte können sich eine Anlage aufbauen
Egal ob "Fertiganlagenfahrer" oder "Selbstbauer"
noch viel Spass beim Hobby
Thomas Müller
Am: 20.04.07 20:08

Meine HO-Anlage 1,25 x 2.40 mußte ich 1965 leider verkaufen.
In der jetzigen Wohnung "fehlt" ein Hobby-Raum - den ich mir übrigens auch nicht wünsche, denn isolieren soll das Hobby mich nicht...
So entschloß ich mich nach mehrjährigem Überlegen vor einem Jahr, "Staufen" (1,40 x 0,69) mit Fleischmann-Gleisen bauen zu lassen (es war nicht leicht, einen Händler dazu zu bewegen).
Bei Bedarf ist die Anlage ganz leicht von zwei Personen irgendwo vorsichtig abzulegen.
"Fertig" ist die Anlage dennoch nicht, und es gibt an jeder Ecke mal wieder was Neues zum Ausschmücken, sei es ein Friedhof, ein Wald oder eine Pferdekoppel - oder auch ein anderer Bahnhof - Waldbronn.
Und die Preiserlein wollen ja auch nicht im Dunklen wandeln...
Jedenfalls bekommt es mir besser, als Hochglanzzeitschriften zu stapeln und planenderweise auf Praktiker hinabzuschauen...
Viel Freude beim Hobby!
Heinz
Am: 30.08.06 19:51

Hallo zusammen,
die Diskussion, ob Fertiganlage "gut" oder "schlecht" ist nicht zielführend. Ich finde es klasse, dass hier Schritt für Schritt gezeigt wird, wie man mit wenig Mitteln einfach und schnell zu seinem Modellbahnspaß kommt. Klar, für fortgeschrittene oder passionierte Modellbahner ist es keine Alternative - aber für den Nachwuchs, für Einsteiger, für diejenigen, die mal reinschnuppern wollen und schnell einen Erfolg brauchen (weil die Kinder nörgeln) oder sehen wollen.
Uns fehlt doch der Nachwuchs in unserem Hobby: So kann man die Kleinen und die Neugierigen für ein wundervolles Hobby begeistern. Und wer weiß, das kann dann der Grundstein für eine eigene, vollkommen selbst entworfene und gebastelte Anlage sein.
Gruß Claus J.
Am: 28.06.06 08:35

Aber hallo!
Jeder soll sich selber entscheiden, ob man für Anlagenbau eine Fertiganlage oder kompletten Selbstbau nimmt. Es ging ja darum, dass man auch mit Fertiganlage das Beste daraus machen kann. Man muss nur die richtige Anlage auswählen.
Deswegen finde ich diese Idee mit dem Aufbau der Fertiganlage schon mal ganz gut. Zumindest für einen Anfang. Oder kann mir denn jemand erzählen, dass irgendeiner von Anfang an schon eine perfekt "gestylte" Anlage hatte?? Wohl kaum!!
Denn jeder hat mal mit kleinen Dingern angefangen, sowohl mit Gleisoval als auch mit Fertiganlage.
Wohlgemerkt: Habe z.Zt. weder Fertiganlage noch Selbstbauanlage! Vor knapp 30 Jahren Modellbahn-Virus eingefangen - jedoch mit Gleisoval! *zwinker*
Am: 24.04.06 19:39

Hallo Thomas,
ich habe vor 10 oder 15 Jahren schon die NOCH Anlagen bewundert. Ich möchte dir auch erklären warum für mich eine Fertiganlage
nicht in Frage kommt: ich baue jetzt die 3te und sicher letzte N-Anlage mit ca 79 m Fahrlänge ... vielleicht werden es ein paar mehr.
Ich kann mich bei der selbst geplanten Anlage in punkto Gebirgslandschaft und eingebaute Trassen für Züge, kleine Haltestellen 2 große Bahnhöfe so richtig nach dem Vorbild der Natur und eigener Kreativität austoben. Und dies ist eben bei Fertiganlagen einfach nicht möglich was auch verständlich ist. Dann kommt für mich noch folgendes hinzu, ich baue wahnsinnig
gerne die Gebirge nach eigenen Vorstellungen und entscheide dann ob es Kalk- Granitfelsen etc werden sollen. Ich habe mir am Anfang eine
Cassette gekauft .... da wird praktisch gezeigt wie man Felsen herstellt, spachtelt und einfärbt.
Thomas das ist für mich der Reiz eines Anlagenbaues. Natürlich kann man Fertiganlagen mit Details ebenfalls wunderschön
gestalten. Nur leider ist die Fahrstrecke schon
vorgegeben und die einzige Möglichkeit besteht darin das man einfach 1 Anbauteil dazu kauft.
Gruß Gerald



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